Info-Aktion "Klimawandel durch Holzhandel"

Hintergrund

Jedes Jahr wird weltweit eine Urwaldfläche von bis zu 150.000 Quadratkilometern zerstört - das entspricht etwa der vierfachen Größe von Baden-Württemberg! Die letzten Urwälder der Erde beherbergen eine große Artenvielfalt - in ihnen leben rund 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten.
Darüber hinaus stabilisieren die Urwälder das Weltklima, weil sie riesige Mengen an Sauerstoff erzeugen und an Kohlendioxid (CO2) binden. Werden diese Wälder zerstört, sterben nicht nur zahllose Tier- und Pflanzenarten aus, sondern es wird auch CO2 in gewaltigem Ausmaß freigesetzt und der Klimawandel weiter angeheizt. Ein Fünftel der weltweit freigesetzten Treibhausgase entsteht durch die Zerstörung der Urwälder.

Info-Aktion

Greenpeace-Aktivisten haben am 01.03.2008 in ganz Deutschland in Geschäften des Holzhandels über die Herkunft der Hölzer und die Bedeutung der Urwälder für Artenschutz und Weltklima informiert. Auch wir Stuttgarter suchten zwei Anbieter von Tropenholz auf, das möglicherweise aus Urwald-Zerstörung stammt.

So verkauft der Teppich- und Parkett-Anbieter "ARO" unter anderem Kambala-Holz, das laut Greenpeace-Recherchen mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Urwald-Raubbau in Zentralafrika stammt.


© Veit



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Beim Möbel-Anbieter "Dänisches Bettenlager" fanden wir Gartenmöbel aus Akazie und Teak, das laut dem Unternehmen aus Plantagen kommt. Wir informierten den Filialleiter darüber, dass nur Produkte mit dem Öko-Siegel FSC garantiert urwaldfreundlich sind.

Lesen Sie auch unsere Presseerklärung und unser Infoblatt "Urwaldschutz ist Klimaschutz" (PDF-Datei, 202 kB).


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Urwaldfreundliche Holzprodukte

Tropenholz sollte man nur kaufen, wenn es das Siegel des Forest Stewardship Council (FSC) trägt (siehe Bild rechts). Dieser "Welt-Forst-Rat" wurde 1993 als internationale regierungsunabhängige Organisation gegründet, um eine ökologisch nachhaltige und sozial verträgliche Waldnutzung zu fördern.

Das FSC-Siegel ist das einzige weltweit anerkannte Öko-Siegel, das eine nachhaltige Forstwirtschaft garantiert. Produkte, die das Naturland-Siegel für ökologische Waldnutzung tragen, sind ebenfalls empfehlenswert.

Das Öko-Siegel des Forst Stewardship Council.
© FSC


Auch Tropenholz aus Plantagen ist bedenklich, weil diese in der Regel Monokulturen sind, die intensiv mit Düngern und Pestiziden behandelt werden. Außerdem wird zur Schaffung von Plantagen häufig Urwald gerodet. Darüber hinaus wird Holz aus Urwaldraubbau oft als angebliches Plantagenholz deklariert. Tropenholz aus Plantagen ist nur dann akzeptabel, wenn es mit dem FSC-Siegel zertifiziert ist.

Gartenmöbel und Parkett aus heimischen Hölzern sind eine Alternative. So ist das Holz der aus Nordamerika stammenden, aber inzwischen auch in Europa wachsenden Robinie (auch "falsche Akazie" genannt) ähnlich hart und wetterfest wie Tropenholz. Bei guter Pflege halten auch Gartenmöbel aus Eiche ein Leben lang.

Unterschriften-Sammlung

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im neuen Greenpeace-Verbraucherführer "Holz & Wald" (siehe auch Download unten). Darin erfahren Sie, welche Holzsorten Sie aus ökologischer Sicht kaufen können - und bei welchen Sie lieber kritisch sein sollten.

Greenpeace hat unter dem Motto "Urwaldschutz ist Klimaschutz" eine Unterschriften-Sammlung gestartet, um die Bundesregierung zu einem stärkeren Urwaldschutz zu bewegen.
Helfen Sie mit, die letzten Urwälder der Erde zu retten! Sie können auch selbst Unterschriften für Bundeskanzlerin Merkel sammeln! Alle notwendigen Angaben finden Sie auf unserer Unterschriftenliste (PDF-Datei, 356 kB).


© Greenpeace

Download
Das Infoblatt "Urwaldschutz ist Klimaschutz" (PDF-Datei, 202 kB) beschreibt, welche Rolle die Urwälder für das regionale und globale Klima haben.
Im Infoblatt "Fragen und Antworten: Tropenhölzer und Klimaschutz" (PDF-Datei, 65 kB) wird der Zusammenhang zwischen Holzverbrauch und Urwaldzerstörung.
In unserem Verbraucherführer "Holz & Wald" (PDF-Datei, 332 kB) erfahren Sie, welche Holzsorten Sie aus ökologischer Sicht kaufen können - und bei welchen Sie im Geschäft kritisch nachfragen sollten.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 29.03.2008