Presseerklärung vom 29. März 2008

Urwaldschutz ist Klimaschutz

Greenpeace Stuttgart informiert über Raubbauholz und sammelt Unterschriften für ein Urwaldschutzgesetz

Stuttgart, 29.03.2008 - Am Samstag, den 29. März 2008 ab 12 Uhr protestiert die Greenpeace-Gruppe Stuttgart in der Königstraße / Ecke Bolzstraße gegen die Zerstörung der letzten Urwälder. Im Straßentheater versuchen Bär, Wolf, Andenhirsch und Bäume einem Waldarbeiter mit Motorsäge zu entkommen. Die Umweltschützer sammeln Unterschriften für ein Urwaldschutzgesetz, das die rechtliche Grundlage für den Schutz der letzten Urwälder schaffen soll.

"Es ist ein Skandal, dass in Deutschland Holz legal verkauft werden darf, das illegal geschlagen und exportiert wurde!", findet Bernhard Lehr, Urwaldexperte der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. "Dadurch, dass wir dieses Raubbauholz hier kaufen, sind wir Mitverursacher der Urwaldzerstörung. Deshalb sammeln wir heute Unterschriften und übergeben sie dann der Bundeskanzlerin. Denn Deutschland ist im Mai Gastgeber des UN-Urwaldgipfels und trägt als drittgrößte Industrienation eine besondere Verantwortung."

Die Botschaft der Greenpeace-Gruppe ist: "Schütze den Urwald, dann schützt er Dich! Urwaldschutz ist Klimaschutz". Denn Urwald ist nicht nur wegen der sehr hohen Artenvielfalt besonders schützenswert. Urwaldschutz ist auch ein sehr kosteneffektiver Weg zur Reduzierung von Treibhausgasen. 20 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes wird durch Urwaldzerstörung verursacht. Die letzten zusammenhängenden Gebiete, wie der Amazonas, müssen unbedingt geschützt werden. Denn nach Voraussage von Klimaexperten bricht das Ökosystem bereits zusammen, wenn nur 40 Prozent des Amazonas gerodet sind, und die Versteppung der verbleibenden 60 Prozent ist nicht mehr aufzuhalten.

Auch Agrosprit kann zur Urwaldzerstörung beitragen. Bis 2020 soll allen Kraftstoffen laut Bundesregierung 20 Prozent Agrosprit beigemischt werden. Deutschland importiert jährlich etwa eine Million Tonnen Palmöl. In Indonesien fallen dafür die Urwälder neu angelegten Ölpalmplantagen zum Opfer. Dies hat besonders dramatische Auswirkungen auf das globale Klima, denn in den Torfböden ist CO2 gespeichert, das bei der großflächigen Rodung in die Atmosphäre gelangt.

Verbraucher können urwaldfreundliches Holz ganz einfach am FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) erkennen. In der Informationsbroschüre "Holz & Wald" hat Greenpeace die 36 gängigsten Holzsorten aufgelistet und beurteilt. Hiermit können Kunden schnell herausfinden wie urwaldfreundlich ein Holzprodukt ist.



Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 04.04.2008