Presseerklärung vom 10. April 2010

Greenpeace fordert "Pause" für den Orang-Utan

Wie Nestlé zur illegalen Abholzung des Regenwalds beiträgt

Ludwigsburg, 10.04.2010 - "Give the Orang-Utan a break", fordern heute Mitglieder von Greenpeace Stuttgart mit Postern und Protestpostkarten am Bahnhof in Ludwigsburg in Sichtweite des Nestlé-Zweigwerks. Sie informieren die Verbraucher darüber, wie Lebensmittelhersteller Nestlé zur Zerstörung des Urwalds und damit zum Aussterben der bedrohten Orang-Utans beiträgt. Nestlé verwendet Palmöl der Sinar Mas Gruppe, die die Regenwälder Indonesiens abholzt, um Ölpalmplantagen anzulegen. Das Palmöl verwendet Nestlé zum Beispiel für seinen Schokoriegel Kitkat. Mit den Postkarten von Greenpeace können die Verbraucher beim Geschäftsführer von Nestlé Deutschland dagegen protestieren.

"Nestlé und seine Lieferanten müssen endlich die Zusammenarbeit mit Sinar Mas beenden", fordert Bernhard Lehr, Waldexperte bei Greenpeace Stuttgart. "Bisher setzt das Unternehmen auf eine Verzögerungstaktik – und ist mit daran schuld, dass die illegale Abholzung des Regenwalds weiter geht."

Der indonesische Palmölproduzent Sinar Mas rodet wertvolle Regenwälder in Orang-Utan-Gebieten. Er verstößt dabei gegen internationale Standards und indonesisches Recht und hat massive Expansionspläne. Auf den Flächen werden Ölpalmplantagen in Monokulturen angelegt. Allein Nestlé braucht jährlich 320.000 Tonnen Palmöl. Nach Greenpeace-Protesten im März kündigte Nestlé die direkten Lieferverträge mit Sinar Mas, bezieht allerdings den Großteil des verwendeten Palmöls weiterhin über Zwischenhändler, die immer noch von Sinar Mas kaufen.

Indonesien ist das Land, in dem die Urwaldzerstörung wegen des Anbaus von Ölpalmen am schnellsten voranschreitet. Seit 1950 sind in Indonesien 74 Millionen Hektar Wald vernichtet worden, eine Fläche doppelt so groß wie Deutschland. Besonders dramatisch ist die Rodung und Trockenlegung von Torfwäldern, da diese rund zehn Mal mehr Kohlenstoff speichern als andere Urwälder und viele vom Aussterben bedrohte Arten wie Orang-Utans, Sumatra-Tiger oder Java-Nashörner beheimaten. Aufgrund der Urwaldzerstörung ist Indonesien – nach China und den USA – bereits der drittgrößte Produzent von Treibhausgasen.

Neben Nestlé gibt es noch weitere schwarze Schafe: Beispielsweise auch in Bahlsen Keksen, der Prinzenrolle, Toffifee, in Maggi-Produkten, Kosmetik von Schwarzkopf oder Waschmitteln wie Persil, Spee und Terra Aktiv von Henkel kann Palmöl aus Urwaldzerstörung enthalten sein.



Webmaster, Greenpeace Stuttgart - letzte Änderung: 16.04.2010