Greenpeace-Protest bei Nestlé in Ludwigsburg

Hintergrund

Indonesien ist das Land, in dem die Urwaldvernichtung weltweit am schnellsten voranschreitet. Hauptursache dafür sind Rodungen für Palmölplantagen. Das Ausmaß dieser Zerstörung hat Indonesien bereits zum drittgrößten Produzent des Treibhausgases CO2 werden lassen, hinter den USA und China.
Palmöl ist Bestandteil von Lebensmitteln wie Margarine oder Schokolade und wird für die Herstellung von Kosmetika und Agrosprit verwendet. Nestlé ist der größte Lebensmittelkonzern weltweit und ein bedeutender Abnehmer von Palmöl. Er bezieht sein Palmöl direkt und über Zwischenhändler vom größten Palmöl-Konzern in Indonesien, Sinar Mas. Sinar Mas rodet wertvolle Wälder in Orang-Utan-Gebieten, verletzt indonesisches Recht und ist in Landkonflikte verwickelt.

Protest-Aktion in Ludwigsburg

Am Samstag, 10.04.2010 haben wir deshalb beim Ludwigsburger Nestléwerk gegen diese Handelsbeziehungen des Konzerns protestiert. Wir forderten die Geschäftsleitung in Ludwigsburg dazu auf, ihren Einfluss als Zweigunternehmen zu nutzen, um die Unternehmensleitung dazu zu bewegen, alle Geschäftsbeziehungen - auch über Zwischenhändler - mit dem Palmölkonzern Sinar Mas zu stoppen. Lesen Sie hierzu auch unsere Presseerklärung.

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Info-Stände in Ludwigsburg und Stuttgart

Parallel dazu informierten wir die Passanten an zwei Infoständen in Ludwigsburg und Stuttgart über den Zusammenhang zwischen Palmöl aus Raubbau und der Vernichtung des Lebensraums bedrohter Tierarten, zum Beispiel der des Orang-Utans. Wir gaben die Gelegenheit, eine Aktionspostkarte an Nestlé Deutschland zu schicken mit der Bitte, kein Palmöl der Sinar Mas Gruppe zu verwenden.

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Palmöl steckt in vielen Lebensmitteln unseres täglichen Bedarfs, so auch im Schokoriegel Kitkat von Nestlé. Wer Palmöl aus Urwaldzerstörung vermeiden will, muss auf ökologisch erzeugte Produkte ausweichen. Greenpeace fordert den Stopp der Umwandlung von Urwald in Plantagen. Dies kann nur von den Palmölproduzenten und von der indonesischen Regierung durchgesetzt werden. Anschließend müssen Landrechte geklärt, Schutzgebiete festgelegt und die Menschen vor Ort in die Entwicklung des Landes miteinbezogen werden. Lesen Sie dazu auch unsere weitergehenden Informationen unten im Downloadbereich.


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Ergebnis
Die Ludwigsburger Kreis-Zeitung berichtete über unsere Protest-Aktion bei Nestlé. Die Infostände kamen gut bei den Passanten an. Es wurden über 700 Postkarten an Nestle verschickt.
Hundertausende Menschen weltweit haben seit Mitte März die Greenpeace-Kampagne zum Schutz der letzten indonesischen Urwälder unterstützt, unter dem Motto "Nestlé, give the Orang-Utan a break!".
Am 17.05.2010 hat sich Nestlé nun verpflichtet, zukünftig kein Palmöl mehr aus Urwaldzerstörung zu beziehen und diesbezüglich kritische Lieferanten auszulisten. Für Greenpeace und seine Mitstreiter ein großer Erfolg, mit dem nun auch der Druck auf die Indonesische Regierung weiter wächst, endlich zu handeln und einen nachhaltigen Schutz seiner Regenwälder sicherzustellen.

Download
Das Infoblatt "Give the Orang-Utan a Break" (PDF-Datei, 226 kB) beschreibt Nestlés Beitrag zur Vernichtung der Regenwälder und Orang-Utans
Das Infoblatt "Gier nach Palmöl" (PDF-Datei, 417 kB) beschreibt die Ursachen und Folgen der Palmölproduktion in Indonesien sowie die Positionen und Forderungen von Greenpeace.


Webmaster, Greenpeace Stuttgart - letzte Änderung: 22.04.2010