Greenpeace kennzeichnet Kitkat-Riegel

Hintergrund

In Indonesien wurde in den letzten 50 Jahren Urwald von zweimal der Fläche Deutschlands für landwirtschaftliche Nutzung oder Holzeinschlag gerodet. Aktuell beträgt der Verlust täglich 50 Quadratkilometer. Der Urwald fällt insbesondere dem Anbau von Ölpalmen in Monokultur zum Opfer.
Der größte Palmölproduzent Indonesiens ist die Firma Sinar Mas. Sie ist in großem Stil an der Rodung der indonesischen Regenwälder beteiligt und verletzt dabei internationale Standards und indonesisches Recht. Ein Hauptabnehmer des Palmöls von Sinar Mas ist der weltweit größte Lebensmittelhersteller Nestlé. Der Schweizer Konzern hat zwar seine direkten Verträge mit Sinar Mas gekündigt, bezieht aber über Zwischenhändler weiterhin wissentlich Palmöl aus Urwaldzerstörung für seine Produkte.

Greenpeace Stuttgart protestiert gegen Nestlé

Bereits am 10.04.2010 hat Greenpeace Stuttgart im Rahmen einer bundesweiten Aktion vor dem Nestlé-Werk in Ludwigsburg gegen die Handelsbeziehungen des Konzerns protestiert und bei Infoständen die Verbraucher in Ludwigsburg und Stuttgart über den Zusammenhang zwischen Palmölproduktion und Urwaldzerstörung aufgeklärt. mehr...

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Label-Aktion in Stuttgarter Supermärkten

Am Donnerstag, 06.05.2010 haben Mitglieder von Greenpeace Stuttgart Nestlés Schokoriegel Kitkat mit Aufklebern gekennzeichnet. Diese zeigen einen um Hilfe rufenden Orang-Utan. In acht Stuttgarter Supermärkten wurde nahezu das gesamte Kitkat-Angebot mit diesen Labeln versehen.
Die Label-Aktion fand an diesem Tag deutschlandweit parallel in 46 Städten statt. Greenpeace weist damit die Verbraucher und Supermarktbetreiber unmittelbar am Produkt Kitkat nochmals darauf hin, dass das hierfür verwendete Palmöl aus Urwaldraubbau in Indonesien stammen kann. Lesen Sie hierzu auch unsere Presseerklärung.

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Die Gier nach Palmöl hat Konsequenzen


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Verbraucher müssen sich bewusst sein, dass außer Kitkat noch eine große Palette anderer Produkte - von Lebensmitteln über Kosmetika bis hin zu Agro-Sprit - ebenfalls Palmöl enthält. Nachhaltig erzeugtes Palmöl ist derzeit nur aus ökologischer Landwirtschaft beziehbar. Die Nachfrage nach dem billigeren konventionell erzeugten Rohstoff wächst aber rasant und damit auch der Verlust an Urwald in Indonesien.
Durch die Zerstörung der Urwälder werden große Mengen an CO2 freigesetzt und zahlreiche bedrohte Tierarten verlieren Ihren Lebensraum, neben dem Orang-Utan z. B. auch der Sumatra-Tiger und der Wald-Elefant. Neben den ökologischen Problemen führt die Anlage von Palmöl-Plantagen auch zu Landkonflikten zwischen den Palmöl-Konzernen und der indigenen Bevölkerung bzw. den Wald nutzenden Gemeinden. Lesen Sie dazu auch unsere weitergehenden Informationen unten im Downloadbereich.


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Ergebnis

Hundertausende Menschen weltweit haben seit Mitte März die Greenpeace-Kampagne zum Schutz der letzten indonesischen Urwälder unterstützt, unter dem Motto "Nestlé, give the Orang-Utan a break!".
Am 17.05.2010 hat sich Nestlé nun verpflichtet, zukünftig kein Palmöl mehr aus Urwaldzerstörung zu beziehen und diesbezüglich kritische Lieferanten auszulisten. Für Greenpeace und seine Mitstreiter ein großer Erfolg, mit dem nun auch der Druck auf die Indonesische Regierung weiter wächst, endlich zu handeln und einen nachhaltigen Schutz seiner Regenwälder sicherzustellen.

Was fordert Greenpeace?

Um die Regenwälder Indonesiens nachhaltig zu schützen und weitere soziale Konflikte zu vermeiden, müssen aus Greenpeace-Sicht folgende Forderungen erfüllt werden:

Nestlé muss seine direkten und indirekten Handelsbeziehungen mit Sinar Mas einstellen, da die Unternehmensgruppe illalen Urwaldraubbau für die Anlage von Palmöl-Plantagen betreibt.
Nestlé muss sich bei der indonesischen Regierung für ein Moratorium der Regenwaldzerstörung für Plantagen einsetzen, um die nachhaltige Produktion von Palmöl zu ermöglichen.
Die indonesische Regierung muss Urwald-Schutzgebiete einrichten und der lokalen Bevölkerung eine nachhaltige Waldnutzung ermöglichen, als Alternative zur industriellen Holz- und Plantagenwirtschaft. Die internationale Gemeinschaft muss Indonesien dabei finanziell unterstützen.


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Download
Das Infoblatt "Give the Orang-Utan a Break" (PDF-Datei, 226 kB) beschreibt Nestlés Beitrag zur Vernichtung der Regenwälder und Orang-Utans
Das Infoblatt "Gier nach Palmöl" (PDF-Datei, 417 kB) beschreibt die Ursachen und Folgen der Palmölproduktion in Indonesien sowie die Positionen und Forderungen von Greenpeace.


Webmaster, Greenpeace Stuttgart - letzte Änderung: 14.05.2010