Stuttgarter Zeitung vom 21. August 2010

Umweltschutz

Greenpeace-Protest gegen die SSB

Gegen die Verwendung von Palmöl in vier Stuttgarter Linienbussen demonstrieren heute ab 11 Uhr Umweltschützer der Organisation Greenpeace. An einem Stand nahe der Haltestelle Schloßplatz informiert die Gruppe über das Stuttgarter Pilotprojekt mit Palmöldiesel, das seit zwei Jahren läuft. Mit einer Unterschriftenliste, die an Oberbürgermeister Wolfgang Schuster gehen soll, wollen die Greenpeace-Mitglieder das Pilotprojekt stoppen. Zusätzlich werden einige von ihnen in einem Aktionsauto mit Banner der Buslinie 42 folgen.

"Palmöl gehört nicht in den Tank", fordert Winfried Urner von Greenpeace Stuttgart. Der Gewinn von Palmöl zerstöre den Lebensraum von bedrohten Arten wie dem Orang-Utan, so der Artenschutzexperte. Um Plantagen für den wachsenden Bedarf an Palmöl anzulegen, wird in Indonesien pro Minute eine Urwaldfläche zerstört, die so groß ist wie fünf Fußballfelder. Durch das freigesetzte Kohlenstoffdioxid beschleunigt die Rodung außerdem den Klimawandel. Greenpeace befürchtet, dass das Stuttgarter Modell ähnliche Projekte in anderen Städten bewirken könnte.

Das Pilotprojekt soll bis 2011 fortgeführt werden, um die Verträglichkeit von Palmöl in Motoren zu testen. Der Biosprit für die Stuttgarter Busse stammt aus der Raffinerie des finnischen Mineralölkonzerns Neste Oil, der bis 2012 der weltweit größte Abnehmer von Palmöl sein wird. bg



Webmaster, Greenpeace Stuttgart - letzte Änderung: 24.08.2010