Info-Stand zu Palmöl in der "Wilhelma"

Hintergrund

Palmöl stammt häufig aus Indonesien und Malaysia in Südostasien, wo riesige Urwaldflächen gerodet und kohlenstoffreiche Torfmoore trocken gelegt werden, um dort Palmöl-Plantagen anzulegen. Bei der Zerstörung der Urwälder und Torfmoore werden gigantische Mengen Kohlendioxid (CO2) freigesetzt und der Klimawandel zusätzlich angeheizt. Mit dem Verschwinden der Urwälder verschwinden auch zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. So steht zum Beispiel der in Südostasien beheimatete Menschenaffe Orang-Utan auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Abgesehen davon werden in der vorherrschenden Praxis des Palmölanbaus die Rechte der lokalen Bevölkerung kaum beachtet. Unmenschliche Arbeitsbedingungen sind an der Tagesordnung.

Info-Stand in der "Menschenaffen-Woche"

Um auf das Verschwinden der Menschenaffen aufmerksam zu machen und Maßnahmen dagegen zu ergreifen, hat der europäische Zooverband eine Artenschutzkampagne gestartet. Im Zoologisch-Botanischen Garten "Wilhelma" in Stuttgart läuft diese Kampagne seit April 2011. Im Rahmen einer "Menschenaffen-Woche" hat uns die Wilhelma am 22. und 23.4. 2011 freundlicherweise einen Standplatz überlassen, damit wir die Zoobesucher über die Urwaldzerstörung durch den Palmölboom informieren konnten.


© Schulz



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Viele ältere Besucher fragten uns, warum heute in so vielen alltäglichen Nahrungsmitteln Palmöl enthalten ist. Das war vor 20 oder 30 Jahren noch nicht so. Ein Grund für die steigende Nachfrage nach Palmöl ist, dass es einen viel höheren Ölertrag pro Hektar hat als andere Ölpflanzen wie Raps oder Soja. Greenpeace ist nicht prinzipiell gegen Palmölanbau. Wir fordern aber, dass Ölpalmen nur auf bereits existierenden landwirtschaftlichen Flächen angebaut werden dürfen.


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Agrosprit und Moratorium auf Torfwälder

Neben Lebensmitteln und Kosmetika wird Palmöl zunehmend als Energiepflanze genutzt und landet als sogenannter "Biosprit" in unseren Dieseltanks. Viele Standbesucher wussten bereits, dass der heutige Biosprit nicht nachhaltig produziert wird und besser Agrosprit genannt werden sollte. Die derzeit bestehenden Zertifizierungssysteme haben die Vernichtung der indonesischen Torfurwälder nicht bremsen können.

Die indonesische Regierung hat Ende Mai 2011 ein Verbot der Rodung bisher unberührter Urwälder erlassen. Dieses Moratorium wird aber weder den Orang-Utan noch das Klima retten, denn die betroffenen Gebiete waren bereits gesetzlich geschützt. Und sie liegen in schwer zugänglichen Regionen, die derzeit noch nicht akut vom Einschlag bedroht sind. Hinzu kommt, dass Indonesien aufgrund knapper Finanzen und verbreiteter Korruption das Moratorium kaum überwachen oder durchsetzen kann.


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Download und Link
In unserem Infoblatt "Gier nach Palmöl" (PDF-Datei, 417 kB) können Sie nachlesen, welchen Schaden Palmöl-Plantagen in den Urwaldgebieten Südostasiens anrichten.
Das Infoblatt "Urwaldschutz ist Klimaschutz" (PDF-Datei, 202 kB) beschreibt, welche Rolle die Urwälder für das regionale und globale Klima haben.
Auf der Homepage des Zoologisch-Botanischen Garten "Wilhelma" unter "Aktuelles und Presse" können Sie sich unter anderem über die Artenschutzkampagne der Wilhelma informieren.


Webmaster, Greenpeace Stuttgart - letzte Änderung: 23.06.2011