Presseerklärung vom 31. Mai 2003

Greenpeace-Aktion gegen Gartenmöbel aus Urwald-Raubbau

Produkte der Firma BUTLERS stammen offenbar aus "Blutholz"

Stuttgart - 31. Mai 2003: Mitglieder der Greenpeace-Gruppe Stuttgart protestieren heute in der Stuttgarter Innenstadt vor der Zweigstelle der BUTLERS Josten Handel & Franchise GmbH & Co KG in der Hirschstraße 26 gegen den Verkauf von Gartenmöbeln aus tropischem Urwald-holz. Symbolisch wird ein rund drei Meter hoher, wandelnder Urwaldbaum BUTLERS auf der Suche nach seinen gefällten Artgenossen einen Besuch abstatten und in der Filiale einen Protestbrief abgeben. Vor dem Geschäft werden Greenpeace-Aktivisten mit Flugblättern und einem Banner mit der Aufschrift "Schluss mit der Urwaldzerstörung" Passanten und Presse informieren.

Greenpeace kritisiert vor allem, dass BUTLERS Gartenmöbel aus den Holzsorten Bangkirai und Nyatho verkauft. "BUTLERS behauptet, dass dieses Holz aus Plantagen stammt, kann dies aber nicht durch entsprechende Zertifikate belegen," sagt Stefanie Flierl, Urwald-Expertin der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. "Die Gartenmöbel wurden höchst wahrscheinlich aus Holz hergestellt, an dem Blut klebt." Bangkirai-Holz wird nach Greenpeace-Recherchen fast aus-schließlich in den Urwäldern von Malaysia und Indonesien illegal geschlagen. In Indonesien schlägt die kriminelle Holzmafia inzwischen sogar in von der EU finanzierten Schutzgebieten ein. Nyatho-Holz stammt meist aus Kambodscha, Laos, Thailand oder Birma, wo es oft illegal eingeschlagen und nachträglich als Plantagenholz aus Vietnam deklariert wird. Die Gewinne dieses "Blutholzes" fließen kriminellen Banden oder beispielsweise der Militär-Diktatur in Myanmar (ehemals Burma) zu. Mit diesen Einnahmen aus dem Verkauf finanzieren die Militärs ihren Krieg gegen oppositionelle Volksgruppen, wie zum Beispiel die Karen.

"Wir fordern BUTLERS deshalb auf, umgehend sämtliche Bangkirai- und Nyatho-Möbel sowie alle anderen nicht zertifizierten Produkte aus Tropenholz aus ihrem Sortiment zu nehmen," fordert Stefanie Flierl. "BUTLERS darf nicht am Raubbau an den letzten Urwäldern Südost-asiens und den kriminellen Machenschaften der dortigen Holzmafia verdienen." Weltweit wird alle zwei Sekunden eine Urwaldfläche von der Größe eines Fußballfeldes vernichtet. 80 Prozent aller Urwälder der Erde sind bereits zerstört. Die Urwälder in Südostasien sind die Heimat der letzten Orang-Utans und zahlreicher anderer Tier- und Pflanzenarten. Die Zahl der Orang-Utans ist in zehn Jahren um die Hälfte auf ca. 20.000 Tiere gesunken. In Indonesien sind bereits über zwei Drittel der Urwälder zerstört, illegaler Raubbau und Korruption sind an der Tagesordnung. Indonesische Sägemühlen verarbeiten zu etwa 70 Prozent Holz aus illegaler Abholzung. Mit den Urwäldern sind auch die letzten Sumatra-Nashörner, Sumatra-Elefanten und indonesischen Königstiger in ihrer Existenz bedroht.

Flierl sagt, "der Verkauf von Gartenmöbeln aus unzertifiziertem Urwaldholz trägt zur Zerstörung des Lebensraums von Menschen und Tieren bei und darf nicht weitergehen." Als umweltfreund-liche Alternative empfiehlt Greenpeace Gartenmöbel mit dem FSC-Siegel. Der Forest Steward-ship Council (FSC) wurde 1993 als internationale regierungsunabhängige Organisation gegründet. In ihr haben sich Waldbesitzer, Holzindustrie, Umweltschutzorganisationen, Gewerk-schaften und Organisationen von Ureinwohnern zusammengeschlossen, um eine nachhaltige Waldnutzung zu ermöglichen. Das FSC-Siegel ist das einzige weltweit anerkannte Öko-Siegel für Holz, dass eine nachhaltige und sozial verträgliche Forstwirtschaft garantiert.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 02.06.2003