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Cannstatter Zeitung vom 19. November 2001 Tiger und Bär mitten in der Stuttgarter CityGreenpeace-Aktion für den Erhalt der UrwälderSie waren eine Attraktion: Am Samstag schlichen Wolf und Jaguar, Tiger und Südandenhirsch, Orang-Utan, Braunbär und Waldelefant durch die Stuttgarter Königstraße - eigentlich nicht gerade ihr Revier. Doch ihre eigentliche Heimat, die sieben wichtigsten Urwaldregionen der Welt, ist bedroht. Darauf machte Greenpeace mit dieser Aktion aufmerksam. "Alle zwei Sekunden wird weltweit Urwald in der Größe eines Fußballfeldes abgeholzt. Die sieben Urwaldtiere werden daher aussterben und mit ihnen 70 Prozent alle Tier- und Pflanzenarten", erklärte Stefanie Flierl, Urwald-Expertin der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. Ihre Forderung: "Die Politiker müssen endlich dafür sorgen, dass kein Urwaldholz mehr nach Deutschland kommt." Die Passanten zeigten sich solidarisch. Zu hunderten unterzeichneten sie ein Schreiben an Bundeskanzler Gerhard Schröder, in dem die regierung aufgefordert wird, bei öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen generell auf Urwaldholz zu verzichten. Darüber hinaus soll sich der Kanzler bei den nächsten internationalen Konferenzen für den Urwaldschutz stark machen, etwa dem Urwaldgipfel im April nächsten Jahres in Den Haag. "Uns kann es nicht egal sein, was in Nordamerika, am Amazonas, in Sibirien, in Chile, Südostasien, in Nordeuropa und Zentralafrika passiert", meint Matthias von Herrmann, Sprecher der Gruppe. Weltweit seien die Fantastischen Sieben akut von Abholzung bedroht. Allein deutschland importiere jährlich Holz im Wert von zwei Milliarden Mark aus diesen Utwäldern. Mit verheerenden Folgen: In den letzten zehn Jahren halbierte sich die Zahl der Orang-Utan auf nur noch 20.000. Wenn die Urwaldvernichtung so voran schreitet, sind diese Menschenaffen in etwa zehn Jahren ausgestorben. Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 19.11.2001 |