Die Fantastischen Sieben - Wolf / Nordamerika

Nordamerika ist die Heimat des Wolfes, früher eines der am weitesten verbreiteten Säugetiere der Erde. Heute wird der Bestand in Nordamerika nur noch auf rund 63.000 Tiere geschätzt. Es fehlen Waldkorridore als Wanderrouten und große, zusammenhängende Urwaldgebiete als Rückzugsraum.

Die Ureinwohner Nordamerikas bewunderten die Jagdtechnik der Wölfe: Unter den Mitgliedern eines Rudels gibt es eine Aufgabenverteilung - die Wölfe lösen sich an geeigneter Stelle untereinander ab, andere greifen von der Seite an, um ein bestimmtes Tier von der flüchtenden Herde zu trennen. Eine so raffinierte Leistung können sonst nur menschliche Jäger vollbringen.

Bei vielen Stämmen war die Jagd auf den Wolf daher tabu. In vielen alten Kulturen ist der Wolf den Menschen so sympathisch, dass sie Wolfsjunge zähmen. Da Wölfe wie Menschen in Familienverbänden leben, in denen auf Schwache und Junge Rücksicht genommen wird, passen sich die Jungwölfe gut in die neue Gruppe ein.

In Europa ist der "böse Wolf" eine Erfindung des beginnenden Mittelalters - Angriffe auf Menschen hat es nie gegeben. Erst mit Aufkommen des Christentums wird das Gefolgstier des germanischen Gottes Wotan verteufelt.

 

Wolf
© von Herrmann


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 22.11.2001