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Nordamerika ist die Heimat des Wolfes, früher eines der am
weitesten verbreiteten Säugetiere der Erde. Heute wird der
Bestand in Nordamerika nur noch auf rund 63.000 Tiere geschätzt.
Es fehlen Waldkorridore als Wanderrouten und große, zusammenhängende
Urwaldgebiete als Rückzugsraum.
Die Ureinwohner Nordamerikas bewunderten die Jagdtechnik der Wölfe:
Unter den Mitgliedern eines Rudels gibt es eine Aufgabenverteilung
- die Wölfe lösen sich an geeigneter Stelle untereinander
ab, andere greifen von der Seite an, um ein bestimmtes Tier von
der flüchtenden Herde zu trennen. Eine so raffinierte Leistung
können sonst nur menschliche Jäger vollbringen.
Bei vielen Stämmen war die Jagd auf den Wolf daher tabu.
In vielen alten Kulturen ist der Wolf den Menschen so sympathisch,
dass sie Wolfsjunge zähmen. Da Wölfe wie Menschen in Familienverbänden
leben, in denen auf Schwache und Junge Rücksicht genommen wird,
passen sich die Jungwölfe gut in die neue Gruppe ein.
In Europa ist der "böse Wolf" eine Erfindung des
beginnenden Mittelalters - Angriffe auf Menschen hat es nie gegeben.
Erst mit Aufkommen des Christentums wird das Gefolgstier des germanischen
Gottes Wotan verteufelt.
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