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Presseerklärung vom 02. März 2002 Urwald-Tiere im Großstadt-DschungelGreenpeace-Gruppe Stuttgart fordert Schutz der sieben wichtigsten UrwälderStuttgart, 02.03.2002 - Greenpeace-Aktivisten werden am Samstag, 03.02.2002, in der Stuttgarter Fußgängerzone für den Schutz der letzten Urwälder der Welt werben. Dabei stellen sie in attraktiven Kostümen sieben Urwaldtiere stellvertretend für die sieben bedeutendsten Urwaldregionen dar: Wolf (Nordamerika), Jaguar (Amazonas-Region), Tiger (Sibirien), Südandenhirsch (Chile), Orang-Utan (Südostasien), Braunbär (Nordeuropa) und Waldelefant (Zentralafrika). Ein Banner mit der Aufschrift "Rettet die letzten Urwälder" weist auf die Aktion hin. Passanten können von Bundeskanzler Schröder eine urwaldfreundliche Politik fordern. Die Infoaktion findet statt auf der Königstraße/Ecke Bolzstraße, 10 bis 16 Uhr. "Jedes Jahr wird weltweit eine Urwald-Fläche vernichtet, die viermal so groß wie Baden-Württemberg ist", sagt Stefanie Flierl, Urwald-Expertin der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. "Wenn dieser Raubbau nicht sofort gestoppt wird, sterben die sieben Urwaldtiere aus und mit ihnen 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten. Die Politiker müssen endlich dafür sorgen, dass kein Urwaldholz mehr nach Deutschland kommt und für Papier oder Bauholz verschwendet wird." Passanten können daher einen Appell an Bundeskanzler Schröder unterschreiben, bei öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen generell auf Urwaldholz zu verzichten. Greenpeace fordert, dass sich der Kanzler bei den nächsten internationalen Konferenzen für den Urwaldschutz stark macht. Weltweit sind die "Fantastischen Sieben", die sieben letzten großen Urwaldregionen, akut von der Vernichtung bedroht. Deutschland importiert jährlich Holz im Wert von zwei Milliarden Mark aus diesen Urwäldern. Stefanie Flierl nennt als Beispiel den Orang-Utan: "In den letzten zehn Jahren hat sich die Anzahl dieser Menschenaffen auf nur noch 20.000 halbiert. Wenn die Plünderung der Urwälder so weiter geht, ist der Orang-Utan in etwa zehn Jahren ausgestorben. Ein Versagen der Politiker bedeutet hier also einen Verlust für die gesamte Menschheit." Um die letzten Urwälder und ihre Vielfalt an Tieren und Pflanzen zu retten, müssen die Regierungen der Welt endlich entschlossene Maßnahmen ergreifen. Zuerst müssen die Motorsägen in den "Fantastischen Sieben" angehalten werden. Es müssen Schutzzonen in den letzten großen Urwaldgebieten geschaffen werden, die übrigen Gebiete müssen nach den Kriterien des weltweit anerkannten Forest Stewardship Council (FSC) bewirtschaftet werden: FSC-zertifiziertes Holz stammt nicht aus Urwaldvernichtung und es wird ökologisch und sozial verträglich gewonnen. Auf dem Urwaldgipfel des Übereinkommens für die biologische
Vielfalt (COP6-CBD) im April 2002 in Den Haag sollen die Staats- und Regierungschefs
einen zehnjährigen Aktionsplan zum Schutz der Urwälder erarbeiten.
Die Ergebnisse dieses Treffens werden über das Schicksal der verbliebenen
Urwälder und über das Schicksal hunderttausender Tier- und Pflanzenarten
entscheiden. Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 14.02.2002 |