Presseerklärung vom 17. August 2002

Braunbär in der Stuttgarter Fußgängerzone fordert: Hände weg von meinem Urwald!

Foto-Aktion der Greenpeace-Gruppe Stuttgart für Weltgipfel in Johannesburg

Stuttgart, 16.08.2002 - Mit einem vier Meter großen aufblasbaren Braunbären werben Mitglieder der Greenpeace-Gruppe Stuttgart am kommenden Samstag, 17.08.2002 von 10 bis 16 Uhr für den Schutz der letzten Urwälder weltweit. Der Braunbär steht dabei symbolisch für die Urwälder in Europa, von denen heute nur noch 14 Prozent erhalten sind. Die Umweltschützer fordern Passanten auf, sich vor dem riesigen Braunbär fotografieren zu lassen. Dafür bekommen die Passanten ein Schild mit der Aufschrift "Urwaldschutz: Machen Sie mit, Herr Bundeskanzler!" in die Hand. Die Bilder wird Greenpeace im Internet veröffentlichen und an Bundeskanzler Gerhard Schröder beim Weltgipfel in Johannesburg/Südafrika Ende August übergeben. Die Fotoaktion findet an der Ecke Königstraße/Bolzstraße in der Stuttgarter Fußgängerzone statt, danach stehen die Bilder im Internet auf www.greenpeace-stuttgart.de.

"Der Urwald ist weltweit vom Aussterben bedroht: Seit dem Weltgipfel in Rio 1992 ist Urwald von der fünffachen Fläche Deutschlands vernichtet worden, meist durch skrupellose Holzfirmen und mit Hilfe korrupter Behörden. Diese Katastrophe muss endlich beendet werden!" sagt Stefanie Flierl, Urwald-Expertin der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. Stefanie Flierl weiter: "Wir bieten den Bürgern am Samstag die Möglichkeit, mit einem Foto vor unserem Braunbär von Bundeskanzler Schröder zu fordern, dass er sich beim anstehenden Weltgipfel in Johannesburg für effektive Urwaldschutz-Maßnahmen einsetzen soll."

Greenpeace fordert die Regierungen der Welt auf, zehn Jahre nach Rio beim Weltgipfel in Johannesburg/Südafrika vom 26.8. bis 4.9.2002 endlich zu handeln: Die Forstindustrie muss kontrolliert werden, in den verbliebenen Urwäldern darf kein Holzeinschlag mehr statt finden, finanzielle Mittel müssen für mehr Urwaldschutz bereit gestellt werden. Die öffentliche Beschaffung muss auf Urwaldholz verzichten und statt dessen Holz mit dem Ökosiegel des weltweit anerkannten Forest Stewardship Council (FSC) verwenden. Deutschland als großer Importeur von Urwaldholz steht bei diesen Maßnahmen genauso in der Verantwortung wie die Länder, in denen der Urwald täglich geplündert wird.

Auf dem Weltgipfel zu Umwelt und Entwicklung 1992 im brasilianischen Rio de Janeiro trafen sich erstmals die Regierungen der Erde, um über globale Um-weltkrisen zu beraten. Als Auslöser galt u.a. der dramatische Verlust an UrwäIdern auf der ganzen Erde. Das völkerrechtlich verbindliche Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD) wurde unterzeichnet. Es bezieht sich auch auf Urwälder, weil Urwälder 70 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten der Erde beherbergen. Trotz der vor zehn Jahren in Rio gefassten Beschlüsse und der Einberufung verschiedener Gremien zur Umsetzung und Überwachung der Abkommen konnte die Zerstörung der letzten Urwälder der Er-de bisher nicht aufgehalten werden. Nur rund 20 Prozent der ursprünglichen Urwälder existieren heute noch.


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 16.08.2002