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Stuttgarter Wochenblatt vom 29. August 2002 "Hände weg von meinem Urwald"Foto-Aktion der Greenpeace-Gruppe Stuttgart für den Klima-Weltgipfel auf dem SchlossplatzMit einem vier Meter großen aufblasbaren Braunbären warben Mitglieder der Greenpeace-Gruppe Stuttgart für den Schutz der letzten Urwälder weltweit. Der Braunbär stand dabei symbolisch für die Urwälder in
Europa, von denen heute nur noch 14 Prozent erhalten sind. Die Umweltschützer
forderten Passanten auf, sich vor dem Braunbären fotografieren zu
lassen. Dafür bekamen die Passanten ein Schild mit der Aufschrift
"Urwaldschutz: Machen Sie mit, Herr Bundeskanzler!" in die Hand. Die Fotoaktion stieß laut Matthias von Herrmann, Pressesprecher der Greenpeace-Gruppe Stuttgart, auf große Resonanz, es ließen sich zirka 580 Passanten mit dem Braunbär fotografieren. "Die Fotoaktion ist, im Gegensatz zu den gewöhnlichen Unterschriftensammlungen etwas Neues und erregte deshalb das Interesse der Passanten. Durch die Übergabe der Bilder an Gerhard Schröder merken die Leute, dass wirklich etwas gegen die Urwaldzerstörung getan wird." sagt Matthias von Herrmann. "Der Urwald ist weltweit vom Aussterben bedroht: Seit dem Weltgipfel in Rio 1992 ist Urwald von der fünfachen Fläche Deutschlands vernichtet worden, meist durch skrupellose Holzfirmen und mit Hilfe korrupter Behörden. Diese Katastrophe muss beendet werden!" sagt Stefanie Flierl, Urwaldexpertin von Greenpeace Stuttgart. Greenpeace fordert die Regierungen der Welt auf, zehn Jahre nach Rio beim Weltgipfel in Johannesburg endlich zu handeln: Die Forstindustrie müsse kontrolliert werden, in den verbliebenen Urwäldern dürfe kein Holzeinschlag mehr stattfinden, finanzielle Mittel müssten für mehr Urwaldschutz bereitgestellt werden. Die öffentliche Beschaffung müsse auf Urwaldholz verzichten und statt dessen Holz mit dem Ökosiegel des weltweit anerkannten Forest Stewardship Council(FSC) verwenden. "Deutschland als großer Importeur von Urwaldholz steht bei diesen Maßnahmen genauso in der Verantwortung wie die Länder, in denen der Urwald tägich geplündert wird," meint Greenpeace. cas Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 22.11.2002 |