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Presseerklärung vom 3. juni 1998 Stuttgarter Firmen appellieren an Kanada: Schützt Eure letzten Urwälder!Stuttgart, 3.6.1998 - Zahlreiche Firmen aus Stuttgart haben an die kanadische Regierung appelliert, die einzigartigen Regenwälder Kanadas vor der Zerstörung durch die Holzindustrie zu bewahren. Über 60 Unternehmen aus Stuttgart, die direkt oder indirekt wirtschaftlich mit Kanada zu tun haben, haben gemeinsam mit Greenpeace einen Appell an die Regierung Kanadas zum Schutz der Urwälder unterschrieben. Zu den Unterzeichnern zählen unter anderem die Reisebüros Atlas und Rominger. Greenpeace wird die Unterschriften zusammen mit Listen aus anderen Städten in den nächsten Tagen bei kanadischen Regierungsvertretern in der Bundesrepublik abgeben. In dem Appell heißt es: "Wir alle - ob Reiseveranstalter, Reisebüro oder Handelspartner für kanadische Produkte verschiedenster Art - sind direkt oder indirekt mit den Naturschönheiten und dem 'grünen Image' dieses faszinierenden Landes verbunden. Deshalb wenden wir uns heute gemeinsam gegen die drohende Zerstörung der letzten nördlichen Regenwälder in Kanada. (...) Wenn der Einschlag dort so schnell weitergeht wie bisher, wird die Vielfalt dieser Küsten-Urwälder bald für immer verschwunden sein. Wir wollen auch in Zukunft mit Kanada gute Beziehungen unterhalten. (...) Die kanadische Regierung muß uns allen aber durch Taten zeigen, daß sie den Schutz der Urwälder wirklich ernst nimmt. Kanada darf kein Name für Urwaldzerstörung sein!" Die Regenwaldgebiete an der Westküste Kanadas sind die letzten gemäßigten Regenwälder der nördlichen Halbkugel. Im rund 20.000 Quadratkilometer großen Great Bear-Regenwald in der Provinz British Columbia finden sich die letzten von der Holzindustrie noch nicht zerstörten Urwaldgebiete dieser Art. Diese Urwälder machen nur ein Prozent der Waldfläche Kanadas aus. Die Regenwälder liegen in Tälern zwischen Bergketten und lachsreichen Fjorden und Flußläufen. Die dort wachsenden Rotzedern, Hemlock-Tannen und Sitka-Fichten sind oft über 1000 Jahre alt. Die Wälder sind Heimat der Grizzly-Bären und des nur dort vorkommenden weißen Spirit-Bärs, aber auch jahrtausendealter Lebensraum der indianischen Ureinwohner. Gerade in diesen Urwaldgebieten wollen die kanadischen Holzkonzerne Interfor und Doman/WFP mit dem Kahlschlag beginnen. Von den ursprüngliche 353 Regenwaldtälern an der kanadischen Westküste wurden bereits 284 abgeholzt. "Die wenigen noch unberührten Regenwaldtäler dürfen nicht für die Abholzung freigegeben werden. Gemeinsam mit den Firmen aus Stuttgart fordern wir die kanadische Regierung auf, dafür zu sorgen, daß diese einzigartige Wildnis nicht zerstört wird. Die Erhaltung der Regenwälder liegt im Interesse Kanadas: Es geht nicht nur um den Tourismus, sondern auch darum, daß Kanada als eines der reichsten Länder der Welt ärmeren Staaten ein wichtiges Vorbild für den Umgang mit Naturdenkmälern sein sollte. Wir wollen diese Urwälder nicht gegen, sondern zusammen mit Kanada erhalten", sagt Julia Görs von der Greenpeace-Gruppe Stuttgart. Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 08.08.2000 |