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Presseerklärung vom 23. Juni 2001
Schneewittchen darf nicht sterben
"Nationalpark Kellerwald" jetzt!
Greenpeace Stuttgart informiert über den letzten großen
Buchenwald Deutschlands
Stuttgart, 23. 06. 2001 - Die Greenpeace-Gruppe Stuttgart informiert
am heutigen Samstag die Passanten über die ökologische Bedeutung
des letzten großen zusammenhängenden Buchen-"Urwalds"
in Deutschland, den Kellerwald in Nordhessen. Die Greenpeace-Aktivisten
sammeln Unterschriften von Bürgern, die sich damit für die Einrichtung
eines "Nationalparks Kellerwald" aussprechen. Ein 2x3m großes
Banner trägt die Aufschrift "Schneewittchen darf nicht sterben
- Nationalpark Kellerwald' jetzt!". Die Unterschriftenaktion
findet statt von 11 bis 16 Uhr an der Ecke Bolzstr./Königstr. in
Stuttgart.
"Wenn die deutsche Bundesregierung den Erhalt der letzten Urwälder
weltweit fordert, dann muss auch in Hessen die Verantwortung für
den Schutz alter urwaldähnlicher Wälder ernst genommen werden.
Der Kellerwald in Nordhessen muss von Ministerpräsident Roland Koch
zu einem Nationalpark erklärt werden, er darf nicht der Holznutzung
zum Opfer fallen" sagt Martina Dausch von der Greenpeace-Gruppe Stuttgart.
Der Kellerwald kann als Heimat von Schneewittchen angesehen werden: In
diesem Gebiet trugen die Gebrüder Grimm die Grundlagen für ihr
Märchen "Schneewittchen und die sieben Zwerge" aus Überlieferungen
zusammen.
Im 5.700 Hektar großen Kellerwald stehen bis zu 200 Jahre alte
Buchen, weil es in diesem Zeitraum keine Forsteingriffe gab. Die besonders
große Artenvielfalt erstreckt sich z.B. vom Schwarzstorch über
die Wildkatze bis zu Orchideen.
Hessen ist mit 42% Waldanteil an der Landesfläche das waldreichste
Bundesland. Der Kellerwald selbst ist zu 99% in Staatsbesitz, innerhalb
des Waldgebietes sind keine Siedlungen. Außerdem wurde der Kellerwald
bereits unter Ministerpräsident Hans Eichel bei der Europäischen
Union als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) gemeldet. FFH-Gebiete sind
auf europäischer Ebene von besonderer ökologischer Bedeutung
und sollen zu einem Verbund von Biotopen zusammen geschlossen werden.
Martina Dausch weiter: "Alle Voraussetzungen sprechen dafür,
den Kellerwald jetzt als Nationalpark auszuweisen. Die hessische Landesregierung
muss nun ihrer Verantwortung nachkommen und mit der Errichtung eines Nationalparks
dieses einmalige Waldgebiet dauerhaft unter Schutz stellen."

Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung:
19.06.2001
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