Schneewittchen darf nicht sterben

Hintergrund
Der Kellerwald in Nordhessen ist einer der letzten großen zusammenhängenden Buchen-"Urwälder" in Deutschland. Die ökologische Bedeutung dieses Waldes ist unbestritten. Umstritten jedoch ist der geplante Holzeinschlag, den die hessische Landesregierung zulassen wollte. Lesen Sie hierzu auch unsere Presseerklärung.

Der Kellerwald kann als Heimat von Schneewittchen angesehen werden: In diesem Gebiet trugen die Gebrüder Grimm die Grundlagen für ihr Märchen "Schneewittchen und die sieben Zwerge" aus Überlieferungen zusammen.

Im mehr als 5.700 Hektar großen Kellerwald stehen bis zu 200 Jahre alte Buchen, da es in diesem Zeitraum keine Forsteingriffe gab. Obwohl der Kellerwald bereits seit Jahren bei der EU als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) gemeldet ist, wollte die hessische Landesregierung Einschläge zulassen.

 

"Schneewittchen" sammelt Unterschriften
© Dausch


Die Ernennung des Kellerwaldes zum Nationalpark wäre die wirksamste Möglichkeit, dieses Gebiet vor radikalen Änderungen zu schützen. Die hessische Landesregierung versuchte, sich vor einer Entscheidung zu drücken und lieber (gefällte) Tatsachen zu schaffen.

 

Ein "Zwerg" beim Unterschriften sammeln
© Flierl


Seit Monaten sammelte Greenpeace Unterschriften für den totalen Schutz des Kellerwaldes. Auch in Stuttgart waren aus diesem Grund Schneewittchen und ihre Zwerge in der Innenstadt aktiv, um der Forderung nach einem Nationalpark Nachdruck zu verleihen.

 

Banner : Nationalpark Kellerwald jetzt!
© Flierl

Ergebnis

Nachdem der hessische Umweltminister Dietzel zunächst einräumte, dass der Einschlag von Buchen im gesamten FFH-Gebiet die nächsten ein bis zwei Jahre ruhen werde, kam nun die überraschende Wendung des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch(April 2003): Nach fast zwei Jahrzehnten der Auseinandersetzung will Hessen nun doch einen Buchenwald-Nationalpark im nordhessischen Kellerwald ausweisen! Ein Riesenerfolg für unsere zweijährige Kampagne. Nähere Informationen finden Sie dazu unter: greenpeace.org

 


Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 03.04.2003