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Amtsblatt der Stadt Stuttgart vom 01. Juni 1995 Zwei Drittel der Bäume krankDen Zustand der Wälder zeigt die Ausstellung "Kein schöner Wald" im RathausDie Greenpeace-Gruppe Stuttgart zeigt zusammen mit dem Amt für Umweltschutz und der BUND- und Naturschutzjugend Stuttgart die Fotodokumentation "Kein schöner Wald" von Dienstag, 6., bis Dienstag, 27. Juni im Foyer des Rathauses. Die Öffnungszeiten sind montags bis mittwochs von neun bis 16.45 Uhr, donnerstags von neun bis 18 Uhr und freitags von neun bis 16.15 Uhr. Davon auszugehen, daß das Waldsterben aufgehört habe, weil nur wenig darüber berichtet wird, ist falsch: Zwei Drittel aller Bäume in Baden-Württemberg weisen deutliche Schäden auf. Die Fotodokumentation "Kein schöner Wald" zeigt erstmals das Siechtum der Wälder im Zeitraffer. Trotz angeblich intensiver Bemühungen zur Verminderung der Luftschadstoffe hat sich der Zustand der Wälder weiter verschlechtert. Gerade die Tatsache, daß sich die Veränderungen an den Bäumen verhältnismäßig langsam vollziehen, sorgt dafür, daß sich das Waldsterben weitgehend der menschlichen Wahrnehmung entzieht. Deshalb haben Sylvia Hamberger, Ossi Baumeister und Wolfgang Zängl von der Gesellschaft für ökologische Forschung auf Initiative von Greenpeace über sieben Jahre den Verfall von Bäumen und Baumgruppen dokumentiert. "Anfangs wußten wir nicht, ob etwas sichtbar wird", so Sylvia Hamberger, es war wie "Stochern im Nebel''. Um so eindrucksvoller dokumentieren die jetzt präsentierten Bilderserien, wie die Realität, die sich hinter den abstrakten Zahlen des Waldschadensberichts verbirgt, in der Praxis aussieht: Entblätterung, durchsichtige Kronen, Angsttriebe. Auf 40 Tafeln mit über 200 Fotos wird gezeigt, wie rapide das Waldsterben voranschreitet: "Wenn Bäume, die 800 Jahre alt werden könnten, plötzlich mit 80 Jahren absterben, sterben hier Teenager!", beschreibt Silvia Hamberger die Dimension des Phänomens.
Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 06.09.2000 |