Ausstellung "Kein schöner Wald"
im Stuttgarter Rathaus 1995

Hintergrund
Davon auszugehen, daß das Sterben unserer Wälder aufgehört habe, weil in den letzten Jahren die Medien wenig davon berichtet haben, ist leider falsch. Seit mehr als 10 Jahre weisen 60% aller Bäume in Baden-Württemberg sichtbare Schäden auf, 1993 und 1996 waren es sogar mehr als 70%!

Bundesweit sieht die Situation kaum besser aus. Die Politik scheint sich mit dem Siechtum unserer grünen Lunge abgefunden zu haben. So hieß es - ähnlich wie in den vorangegangenen Jahren - auch 1999 im neuesten Waldzustandsbericht der Bundesregierung: "Andererseits sind die neuartigen Waldschäden" immer noch auf hohem Niveau.
Ausstellung
  
Dichter Bewuchs
18.08.1988
 

Erste Auslichtungen
17.07.1992

  Kahlschlag
09.06.1993
© Gesellschaft für ökologische Forschung

Die Fotodokumentation Kein schöner Wald zeigte zum ersten Mal das Siechtum unserer Wälder im Zeitraffer. Durch von uns Menschen verursachte Umweltbelastung und durch eine rein wirtschaftlich ausgerichtete Forstpflege ist die Lebenserwartung von Bäumen stark gesunken."Wenn Bäume, die 800 Jahre alt werden, plötzlich mit 80 Jahren absterben, dann sterben hier Teenager!", so Silvia Hamberger, eine der InitiatorInnen der Ausstellung von der Gesellschaft für ökologische Forschung.

Um dieses fast vergessene, aber leider nach wie vor noch aktuelle Thema wieder ins Bewußtsein der Öffentlichkeit zu rücken, zeigte die Greenpeace-Gruppe Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem Umweltamt der Stadt Stuttgart 1995 diese Fotodokumentation im Foyer des Rathauses Stuttgart.

Begleitet wurde die Eröffnung der Ausstellung von einem Theaterstück der beiden Greenteams "Tier- und Umweltclub" und "GREENTIME" vor dem Rathaus. Sie stellten aus ihrer Sicht dar, was wir alle mit dem Wald machen und ihm antun.

 

Greenteam bei der Eröffnung
© S. Trucksäß


Verdeutlicht wurde die Thematik bei der Eröffnungsfeier mit einem Puzzle. Mit wenigen Handgriffen lassen sich einzelne Bausteine leicht entfernen. Es entsteht eine grosse Lücke und das Puzzle bricht plötzlich in sich zusammen. Um den Urzustand des Puzzles, bzw. des Waldes wieder herzustellen, benötigen wir wesentlich mehr Geschick und Energie als zum Zerstören desselben.

 

Der erste Baustein geht verloren
© S. Trucksäß

  Das System bricht zusammen
© S. Trucksäß
Ergebnis

Innerhalb von 3 Wochen besuchten mehrere tausend Besucher und ein Dutzend Schulklassen die Ausstellung im Rathaus. Das Stuttgarter Amtsblatt, Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten berichteten in ausführlichen Beiträgen.

Für unsere Waldführungen sowie die von uns organisierte Ausstellung wurde der Stuttgarter Greenpeace-Gruppe im Jahr 1995 ein Umweltpreis der Stadt Stuttgart verliehen.



Webmaster, Greenpeace-Gruppe Stuttgart - letzte Änderung: 29.09.2000